1990

MBOs in Deutschland seit 1991

Ein Markt im Umbruch

Der Markteintritt von Halder in Deutschland ist ein mutiger Schritt: In der Wirtschaft ist Private Equity kaum bekannt, Kaufinteresse stößt bei Unternehmern oft auf Unverständnis oder Widerstand, Kapitalgeber sehen wenig Potenzial. Einige Marktteilnehmer sind aufgrund von Fehlinvestitionen in Schwierigkeiten. Der Bundesverband der Kapitalbeteiligungsgesellschaften weist 1990 ein verwaltetes Kapital von 2 Mrd. € aus, davon werden 642 Mio. € im gleichen Jahr aufgenommen.

1991

Paul De Ridder (links), der 2001 nach schwerer Krankheit gestorbene Joachim Kramer und Susanne Quint sind das Gründungsteam im Frankfurter Büro von Halder. Sie hatten schon zuvor bei der Continental Bank zusammengearbeitet, die in Deutschland aktiv war und vor allem in den USA eine führende Position als Kreditgeber für Buy-Outs hatte.

Paul De Ridder und Joachim Kramer – Halder 25 Susanne Quint – Halder 25

Halder gründet einen Beirat, um die Finanzkompetenz des deutschen Investmentteams mit operativer Erfahrung abzurunden. Mitglieder sind Hermann vom Bruck, ehemaliger Vorstand der Stinnes AG, als Vorsitzender sowie die Halder-Gründer Paul Deiters und René Smits.

Hermann vom Bruck – Halder 25

1993

Lange Aufbaujahre

Seit Ende der 1980er Jahre sind Beteiligungsinvestitionen meist auf kleine bis mittelgroße Firmen beschränkt. Die Zahl der Transaktionen bleibt überschaubar, nach der Wiedervereinigung zielt ein Teil der Aktivitäten auf Treuhandunternehmen in den neuen Bundesländern. Die Zahlenangaben der unten stehenden Grafik sind in D-Mark, der Euro ist noch ein Jahrzehnt entfernt.

Lange Aufbaujahre – Halder 25

1994

Michael Wahl kommt aus dem M&A-Bereich der Investment Bank Lazard zu Halder, 2001 wird er Geschäftsführer.

Michael Wahl – Halder 25

1996

Dr. Hans-Jürgen Knauer, zuvor Vorstandsvorsitzender der Stinnes AG und Vorstandsmitglied bei Veba, wird neuer Vorsitzender des Beirats. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2004 wächst der Beirat auf sieben Mitglieder, die neuen Beiräte kommen überwiegend aus der Industrie.

1997

Der Wachstumsschub

1997 erreicht das verwaltete Vermögen der deutschen Beteiligungs­gesell­schaften annähernd 7 Mrd. €, davon sind 2,2 Mrd. € frisches Kapital. Das sprunghaft wachsende Interesse wird durch Veränderungen im Markt ausgelöst: Konzerne beginnen damit, auch größere Tochter­gesell­schaften zur Fokussierung auf ihre Kernkompetenzen zu verkaufen. Die neue Qualität der Transaktionen zieht u. a. US-Institutionen als Investoren an, gleichzeitig übernimmt die Deutsche Börse eine aktivere Rolle für die Unternehmens­finanzierung – 1997 startet z. B. der Neue Markt als neues Handelssegment – und wird aufnahmefähiger für Exits. Die neuen Strukturen tragen: Den Beteiligungs­gesell­schaften fließt ab 1997 Kapital in der Größenordnung von 1 Mrd. € oder mehr pro Jahr zu. 1999 und 2000 nutzt Halder die Börse für Exits bei Techem und 1&1.

Der Wachstumsschub – Halder 25

2000

Gimv übernimmt Halder

Der belgische Private-Equity-Investor Gimv, 1980 gegründet und an der Börse Antwerpen mit einem Marktwert von rund 1,5 Mrd. € notiert, übernimmt Halder. Ab 2008 ist nur noch das deutsche Team unter dem Namen Halder aktiv.

Gimv übernimmt Halder – Halder 25

2001

Rekordzufluss an frischem Kapital

Parallel zur Hausse der Finanzmärkte, die sich zunehmend auf die „New Economy“ stützt, fließt den deutschen Private-Equity-Unternehmen 2000 ein historischer Höchstbetrag an frischem Kapital von 5,2 Mrd. € zu, insgesamt verfügen sie über 15,6 Mrd. €. Dann wird aus der New Economy die „Dotcom-Blase“ – und sie platzt. An den Finanzmärkten entstehen durch den Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 und den Irak-Krieg hohe Kursverluste. In der Wirtschaft folgen mehrere wachstumsschwache Jahre, in dieser Zeit betreut Halder seine Portfoliogesellschaften besonders intensiv und kommt gut durch die Krise.

Rekordzufluss an frischem Kapital – Halder 25

2003

Halder legt den ersten Deutschlandfonds mit 155 Mio. € Kapital auf und richtet einen Verwaltungsrat ein. Vorsitzender wird Dr. Peter Wendt, zuvor Leiter des Beteiligungsgeschäfts der BHF-Bank und als Anwalt bei White & Case Betreuer zahlreicher mittelständischer Unternehmen. Von 1993 bis 2009 ist er auch Mitglied des Halder-Beirats.

Dr. Peter Wendt – Halder 25

2004

Konzepte zur Wertsteigerung

Mit dem Fonds Halder-GIMV Germany greift Halder zur Weiterentwicklung der Beteiligungen stärker in grundsätzliche Unternehmensfragen ein und realisiert erste Zukäufe, Strategieänderungen und wichtige Internationalisierungsschritte.


Dr. Wilfried Kaiser übernimmt den Vorsitz im Beirat. Das Gremium wird auf bis zu neun Mitglieder erweitert, die Industrieerfahrung in Brachen haben, in denen Halder investiert. Viele von ihnen sind Ingenieure.

Dr. Wilfried Kaiser – Halder 25

Buy & build

Prüm-Garant entsteht aus der Kombination von zwei Spin-Offs aus größeren Unternehmensgruppen und wird durch den Zusammenschluss unmittelbar zur Nr. 2 am deutschen Markt für Innentüren.

Buy & build – Halder 25

2006

Strategie fokussieren und internationalisieren

Beim Kosmetikhersteller ADA wird die Strategie konsequent auf den Markt für Hotelkosmetik ausgerichtet, nicht mehr dazu passende Aktivitäten werden beendet. Gleichzeitig intensiviert Halder die Internationalisierung des Unternehmens in Europa und Asien bei Absatz und Beschaffung.

Strategie fokussieren und internationalisieren – Halder 25

2008

Der Kapitalrückfluss aus Deutschland an Investoren erreicht kumuliert 500 Mio. €.


Mathias Fackelmeyer kommt von der DZ Bank zu Halder. 2015 wird er Geschäftsführer.

Mathias Fackelmeyer – Halder 25

Die große Krise

2008 löst der Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise aus. Sie unterbricht den Boom der Beteiligungsbranche in Deutschland, der nach dem Rückschlag vom Anfang des Jahrzehnts eingesetzt hatte: Reichlich verfügbarem Kapital – 2008 war ein Stand von 35 Mrd. € erreicht – und einer größeren Zahl von Marktteilnehmern steht ein Angebot gegenüber, das nicht mehr zugenommen hat. Die Unternehmensbewertungen steigen auf ein Höchstniveau. Aufgrund der Kapitalüberhänge bei vielen Investoren bleibt das Bewertungsniveau hoch, aber Kreditfinanzierungen fehlen, und die Zahl der Transaktionen fällt. Halder „überwintert“ mit dem kleinsten Portfolio seit Mitte der 1990er Jahre.

Michael Wahl – Halder 25

Investitionen steigern

Geka, ein Hersteller von Kosmetikverpackungen, investiert 2 Mio. US $ in den Neubau einer Fabrik nahe Chicago. Von dort beliefert das Unternehmen ab 2009 US-Kosmetikproduzenten direkt und erschließt das Absatzpotenzial der nord- und südamerikanischen Märkte.

Investitionen steigern – Halder 25

2009

Wachstum, Generationswechsel im Beirat

Die Investitionsperiode des zweiten Deutschlandfonds mit einem Volumen von 325 Mio. € beginnt. 2009 und 2010 scheiden sechs Mitglieder aus dem Beirat aus, zum Teil bleiben sie als Senior Advisor oder im Verwaltungsrat mit Halder verbunden. Die Beiräte der nächsten Generation decken mit ihrer Erfahrung wieder ein breites Branchenspektrum ab.


Die 20-Jahres-Rendite der Investitionen von Halder in Deutschland erreicht 2009 einen Wert von 18,92 % (netto), die vergleichbare europäische Rendite im Marktsegment für kleine bis mittelgroße Buy-Outs liegt bei 11,4 % (netto). 2010 steigt die vom Frankfurter Team erzielte langfristige Rendite auf 19,22 % (netto).

1) Horizon-IRR bis 31. Dezember 2009, für europäische Private-Equity-Fonds
(aufgelegt zwischen 1980–1990)
2) Halder-Investitionen in Deutschland
Quelle: EVCA, Thomson Reuters, Halder

Horizon-IRR – Halder 25

1) Horizon-IRR bis 31. Dezember 2009, für europäische Private-Equity-Fonds
(aufgelegt zwischen 1980–1990)
2) Halder-Investitionen in Deutschland
Quelle: EVCA, Thomson Reuters, Halder

2010

Beteiligungen als Finanzierungsform etabliert

Nach zwei Jahrzehnten sind Beteiligungsgesellschaften am deutschen Markt angekommen: Mehr als 200 Investmentfirmen haben ein Kapital von fast 40 Mrd. € und finanzieren über 1.300 inländische Unternehmen, die 1,2 Millionen Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von über 200 Mrd. € erzielen.

Rekordzufluss an frischem Kapital – Halder 25

Zurück zur Normalität

2010 hat die deutsche Wirtschaft die Rezession überwunden und durch ihre Exportorientierung einen spektakulären Aufschwung begonnen. Er kommt auch den Beteiligungen von Halder zugute, deren EBITDA höher ausfällt als vor der Krise. Entsprechend deutlich steigt der Wert des Portfolios.

Zurück zur Normalität – Halder 25

2011

Systematische Wertschöpfung

Seit Normalisierung des Beteiligungsmarkts nach der Finanz- und Wirtschaftskrise systematisiert und vertieft Halder die Ansätze zur Wertsteigerung seiner Portfoliofirmen: Zum Wachstum durch Internationalisierung kommen Wechsel der Unternehmensstrategie, verstärkte Anlageinvestitionen und gezielte Zukäufe, um das Potenzial der Firmen umfassend auszuschöpfen. Oft verspricht die Kombination mehrerer Konzepte den größten Erfolg.


Investieren und internationalisieren

VAG, ein Hersteller von Großarmaturen für die Wasserwirtschaft, startet ein Investitionsprogramm von 38 Mio. € zum Ausbau der internationalen Produktionsinfrastruktur, davon fließen rund 15 Mio. € nach Asien. In China kann das Unternehmen nicht nur kostengünstig produzieren, sondern im lokalen Infrastrukturmarkt wachsen und langfristig sogar in andere Länder exportieren.

Investieren und internationalisieren – Halder 25

2013

Investieren und internationalisieren

Auch CCN, ein Hersteller von Präzisionskomponenten für Turbolader, geht nach China und eröffnet dort den Produktionsstandort, der im internationalen Produktionsverbund zur Belieferung der Automobilindustrie noch fehlte. Für den Ausbau der internationalen Produktion sind für den Zeitraum von 2011 bis 2015 Investitionen in Höhe von 35 Mio. € geplant.

Investieren und internationalisieren – Halder 25

Wback – Halder 25

Investitionen steigern

Wback produziert an zwei deutschen Standorten im industriellen Maßstab Hamburgerbrötchen für Kunden in Westeuropa. Um zu wachsen, investiert das Unternehmen in den Ausbau seiner Produktions- und Versandkapazität.

Wback – Halder 25

Christian Muschalik

Investment Manager

Christian Muschalik – Halder 25

Christian Muschalik

Investment Manager


Nach über einem Jahrzehnt in der Gimv-Gruppe – dort hatte das Frankfurter Team mit einem eigenen Fonds unter dem Namen „Halder“ weitergearbeitet –, machen sich die deutschen Partner durch einen MBO selbständig.

Halder 25

Halder wird Mitglied von UNPRI, einer Initiative der Vereinigten Nationen für verantwortliches Investieren (www.unpri.org), und legt für 2013/2014 den ersten Bericht nach den Richtlinien der Organisation vor.

UNPRI – Halder 25

2014

Diversifizieren und (weiter) internationalisieren

Amoena ist ein weltweit führender Hersteller von hochwertigen Silikonbrustprothesen und funktionaler Bekleidung für Frauen nach einer Brustoperation, produziert wird in Deutschland und Costa Rica. Das Unternehmen baut die Marktposition weiter aus: Sport- und Freizeitbekleidung ergänzen das Programm, in Asien werden weitere Absatzmärkte erschlossen.

Amoena – Halder 25

Anja Böhme

Investment Manager

Anja Böhme – Halder 25

Buy & build

Aqua Vital gehört zu den führenden Anbietern von Wasserspendern in Deutschland. Die Übernahme des Mitbewerbers Revos verbesserte Marktposition und Wachstumsdynamik.

Aqua Vital – Halder 25

Wolfgang Deml wird Vorsitzender des Beirats. Er arbeitet darauf hin, die Aufsichtsgremien der Portfoliofirmen stärker mit Senior Advisors zu besetzen, die nicht zugleich Mitglieder des Halder-Beirats sind.

Wolfgang Deml – Halder 25

Das Magazin Private Equity International wählt Halder zum Private-Equity-Haus des Jahres für 2013 in Deutschland.

Private Equity International – Halder 25

2015

Strategie ändern

Helmut Klingel GmbH CNC-Zerspanung wird KLINGEL medical metal: Das Unternehmen richtet seine Strategie auf Medizintechnik aus und kauft zum Jahresende ein Familienunternehmen zu, das den Anteil dieses Segments auf 70 % vom Umsatz erhöht. Diese Akquisition ist der vierte Zukauf von Halder-GIMV Germany II – nach Hytec für Keymile, Revos für Aqua Vital und PRAE-TURBO für CCN.

KLINGEL medical metal – Halder 25

2016

Booster Precision Components – Halder 25

Zukaufen, investieren und internationalisieren

Nach VAG und CCN baut auch PRAE-TURBO eine Produktion in China auf. CCN und PRAE-TURBO schließen sich zu Booster Precision Components zusammen. Dadurch kann PRAE-TURBO die bis 2015 rein deutsche Produktion durch Nutzung der Infrastruktur von CCN auf Nordamerika und Asien ausdehnen.

Booster Precision Components – Halder 25

Philipp Scheier

Investment Manager

Philipp Scheier – Halder 25

Philipp Scheier

Investment Manager