Halder | Nachfolge und Wachstum für den Mittelstand

Halder | Nachfolge und Wachstum für den Mittelstand

ACTech Holding GmbH

Geschäftsfeld
Rapid Prototyping für Gussteile
Umsatz
€ 33 Mio. (2011)
Beteiligung
2007, MBO
Verkauf
2012

Es gibt sie: Firmen, die neue Geschäftsideen erfolgreich mit „typisch deutschen“ Qualitäten wie Ingenieurwissen verbinden – ACTech im sächsischen Freiberg ist eine davon. 1995 gegründet, beschäftigt das Unternehmen inzwischen über 300 Mitarbeiter und bietet eine hochwertige technische Dienstleistung: die schnelle Entwicklung und Fertigung von Gussteil-Prototypen. Hauptabnehmer ist die Fahrzeugindustrie, die in Freiberg Komponenten vom Zylinderkopf für 16 Ventile über Turbolader bis zur Ölwanne bestellt. Gefertigt wird fast auf Zuruf – in der Regel gehen erste Prototypen nach zwei Wochen beim Kunden in den Testbetrieb.

Hinter Schnelligkeit und Präzision stehen eine hochqualifizierte Belegschaft – 40% der Mitarbeiter sind Ingenieure – und nahtlose, z. T. selbst entwickelte Prozesstechnik. Sie nimmt vom Kunden gelieferte CAD-Daten auf und führt über den Formenbau in die Fertigung, dann folgen Nachbearbeitung und Vermessung. Ergebnis sind montagefertige Bauteile: prüfstandfertig und aus Materialien, die im Endprodukt verwendet werden. Diese Zusammenarbeit führt zu einer enormen Beschleunigung des Entwicklungstempos – für den Kunden ein Vorsprung, der bei steigender Modellvielfalt und kürzeren Produktzyklen entscheidend im Wettbewerb sein kann.

„Rapid Prototyping“ ist ein Nischenmarkt mit viel Potenzial: ACTech will z. B. durch Fertigung von Kleinserien die Wertschöpfungskette verlängern, neue Branchen und weitere geografische Märkte erreichen. Zur Unterstützung des Wachstums führte Halder 2007 einen MBO durch, der die Finanzierungsstrukturen der Start-Up-Jahre auf Expansion ausrichtete, und übernahm die Kapitalmehrheit. Dabei stieg die Beteiligung des Management auf 20% und die einbezogene Personengruppe wurde größer.

Während der Beteiligung von Halder wurde die mechanische Bearbeitung von Rohgussteilen stark ausgebaut, allein seit 2009 wurden dazu über 10 Mio. € in CNC-Systeme investiert. Parallel dazu dehnte ACTech die Marktpräsenz über Westeuropa und die USA bis nach Indien aus. 2012 verkaufte Halder die Beteiligung an ein Investorenkonsortium von PREMIUM Equity Partners und CornerstoneCapital.

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